Geramöbel aus Frießnitz entdeckt mit Schnelligkeit Marktlücke

08. Februar 2012

Jung und schnell - diese beiden Attribute schmücken Geramöbel, das erfolgreiche Unternehmen im Frießnitzer Gewerbegebiet. Mit 42 Jahren Durchschnittsalter der Belegschaft sei man gegenüber anderen Betrieben der Region deutlich im demografischen Vorteil, so Geschäftsführerin Antje Schmeißer.

Gera. "Zur Zeit erlernen bei uns neun Auszubildende die Berufe Holzmechaniker und Industriekaufmann. 35 Prozent der 52 Mitarbeiter sind ehemalige Azubis."

Nachwuchssorgen kennt man nicht. Auch 2012 wird hier weiter ausgebildet. 30 Tage Urlaub, flexible Arbeitszeiten für junge Eltern, Kindergartenzuschüsse - so wird der Produktionsstandort Frießnitz für junge Leute attraktiv.

"Jungen Frauen, die mir ängstlich ihre Schwangerschaft mitteilten, habe ich erstmal gratuliert zu ihrem Glück, ein Baby zu bekommen." Die schlanke, elegante Chefin von Geramöbel gab ihnen auch Garantie mit in den Erziehungsurlaub, danach wieder willkommen zu sein.

Antje Schmeißer feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum. "Als Innenrevisor habe ich 1987 in dem Geraer holzverarbeitenden Betrieb angefangen." Zu der Zeit entstanden im VEB Möbel- und Matratzenbau Gera im Stadtgraben und in der Straße des Friedens noch Schrankwände mit Heimat-Namen wie "Gera" oder "Ernsee". 1989 hatte der dem Möbelkombinat Zeulenroda zugehörige Betrieb noch drei Betriebsteile und 380 Mitarbeiter. Nach 1990 verdrängten große Möbelhersteller des Westens zu niedrigen Handelspreisen die Ostthüringer Wohnmöbel.

Geramöbel speckte ab auf 21 Mitarbeiter und zog 1997 um ins Gewerbegebiet Frießnitz. Warum weg von Gera? "In Frießnitz bot uns die Gemeinde Harth-Pöllnitz sehr betriebsfreundliche Bedingungen, die Zusammenarbeit klappt bis heute wunderbar", lobt Antje Schmeißer.

Die radikale Umstellung der Produktion auf moderne BüromoÅNbel vor 20 Jahren sei goldrichtig gewesen, schätzt die Chefin heute ein. Als zusätzliche Marktnische entdeckten die Geramöbel-Macher die Zeit für sich. "Wir liefern unsere Möbel in Deutschland innerhalb von nur 48 Stunden zum Kunden aus, bedienen sie mit den schnellsten BüromoÅNbeln Europas." Wieso braucht jemand so Hals über Kopf Büromöbel? "Oft werden große Projekte geplant, doch erst zum Schluss denkt man an Möbel. Oder Handwerksmeister renovieren, überlegen sich kurzfristig, auch mal das Büro zu erneuern. Das ist unsere Chance."

Und eine riesige logistische Herausforderung. Inzwischen hat sich Geramöbel im internationalen Fach- und Versandhandel einen Namen gemacht. "Über 50 Prozent des Gesamtumsatzes bringen unsere schnellen Lieferungen."

Natürlich habe die Krise um eine Investitionsbranche wie die Möbelherstellung keinen Bogen gemacht, räumt Antje Schmeißer ein: "Doch entlassen mussten wir keinen. Wir sind ein gesundes Unternehmen mit 12 Prozent Umsatzplus im Vorjahr.

Firmendaten kurz und knapp

  • Geramöbel wurde 1948 in Gera gegründet, stellte Nachkriegsware von Leisten bis zum Sarg her.
  • Gegenwärtig produziert der Betrieb Korpusmöbel in den beiden Marken "Highspeed office" und "Office class" für den gehobenen Anspruch.
  • Geramöbel exportiert in 12 europäische Länder.
  • Sämtliche Möbel entsprechen modernen ergonomischen Anforderungen.
  • Es gibt Planungs- und Produktschulung.
  • Sonderanfertigungen schließen auch die kleinste Lücke im Büro.

 

Elke Lier / 07.02.12 / OTZ

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